kk-gruppe berlin

Mehringhof, Versammlungsraum (Gneisenaustr. 2a)
Vortrag und Diskussion
Referent: Ein Redakteur des GegenStandpunkt

Vortrag & Diskussion: Trumps „America First“: Das Ende der globalen Pax Americana

– In Deutschland heißt es, Donald Trump zerstöre mit seinem Protektionismus die Grundlagen und Prinzipien des freien Welthandels, der die Voraussetzung für allgemeinen Wohlstand sei. Und die gigantischen deutschen Außenhandelsüberschüsse, an denen sich Trump stört, die Deutschland zu einer ökonomischen Weltmacht machen, sollen bloß ein für Deutschland schöner, für die USA jedenfalls nicht zu beanstandender Nebeneffekt von höheren Prinzipien sein, um die es „uns“ eigentlich geht und auch den USA gefälligst (wieder) zu gehen habe?

– Trump habe Unrecht mit seiner Kritik, dass der Euro vor allem ein deutsches Konkurrenzprojekt gegen die USA sei. Aber wie passt es zu diesem Dementi der anti-amerikanischen Stoßrichtung des Projekts Europa, dass gleichzeitig die Einheit Europas neu beschworen wird und die deutsche Kanzlerin schon mal zur neuen Führerin des Westens ausgerufen wird?

– Trump sei in seiner Außenpolitik dilettantisch und unberechenbar. Aber warum soll die Außenpolitik der amerikanischen Weltmacht eigentlich ihren Zweck und ihr Gütekriterium darin haben, für ihre „Partner“ berechenbar zu sein? Was, wenn Trump es genau andersherum sieht, weil er die lieben „Partner“ vor allem für Konkurrenten hält, die Amerika ausnutzen?

Wenn hiesige Politiker und die ihnen wohlgesonnene Öffentlichkeit kritisch über Trump herziehen, dann verraten sie einerseits viel über das deutsch-europäische Interesse an der Weltordnung vor Trump, die sich für die eigenen Ambitionen offenbar prächtig ausnutzen ließ. Darum sind andererseits brauchbare Auskünfte darüber, was und warum Trump eigentlich an den internationalen Verhältnissen auszusetzen hat und was er darum mit aller Macht zu ändern gedenkt, aus solchen Kreisen eher nicht zu haben.

Diese theoretischen Auskünfte soll es auf unserer Veranstaltung geben. Die darum auch eines ganz gewiss nicht im Angebot hat: die Verwechslung der Kritik des Trumpschen Aufbruchsprogramms mit dem blödsinnigen Wunsch nach einer Rückkehr zu den guten alten Zeiten des guten alten Westens, den es so, wie er heute beschworen wird, nie gegeben hat. Und schon gar nicht wird die Kritik, die wir zu bieten haben, die noch viel blödsinnigere Hoffnung aufkommen lassen, dass ausgerechnet mit ganz viel deutsch-europäischer Tatkraft in Sachen „neuer Verantwortung für die Welt“ vielleicht doch alles nicht so schlimm wird.