Wie eine (anti-) terroristische Vereinigung demokratischer Staaten den Weltfrieden durchsetzen will


Afghanistan & Irak:  “Nation building” mit aller Gewalt
Iran:  Wie man zum “Schurkenstaat” wird
Israel: Die “einzige Demokratie im Nahen Osten” lässt den Palästinensern keine Chance

Die Weltanschauung des Demokratischen Imperialismus
kennt und akzeptiert keine objektiven Gründe gegen die weltweite Herrschaft des kapitalistischen Geschäfts und die militärische Gewaltsuprematie einer Handvoll in der NATO verbündeter Staaten. Zwar produziert die Einrichtung namens Weltmarkt tagtäglich Hunderte von Hungertoten und massenhaftes Elend (nicht nur in der einstmals sogenannten Dritten Welt) und die Blutspur der westlichen Streitkräfte verrät einiges über das Idyll namens Weltfrieden; dennoch sind sich nicht bloß die Parteigänger der Bush-Administration, sondern alle überzeugten Demokraten in der  Festlegung einig, dass das nie und nimmer am System liegt, sondern an seiner mangelhaften oder auch einmal zugegeben fehlerhaften Implementierung. Der permanente Kriegszustand mit dem schönen Namen Weltordnung verdanke sich folglich nicht antagonistischen Widersprüchen in Ökonomie und Politik, Widerstand sei nicht die Reaktion systematisch geschädigter Interessen, sondern dem Walten prinzipiell systemfremder Feinde, deren Eliminierung oder zumindest Ausschaltung die Stabilität unserer besten aller möglichen Welten wiederherstellt und garantiert. So galt die Sowjetunion als letzte Ursache aller Aufstände in Asien, Afrika und Lateinamerika, aber auch von Kapitalismusgegnerschaft in Kernländern des Demokratischen Imperialismus – bis zu ihrer Kapitulation mittels Selbstauflösung. Die Lüge geht jedoch weiter: Wo eigentlich Friede, Freundschaft und demokratische Weltbeglückung hätten Einzug halten müssen, nachdem selbst der böse Feind im Kreml sich zum Sicherheitspartner und Weltmarktmitglied bekehrt und aller Systemwidrigkeit abgeschworen hat – wird ein Krieg nach dem anderen angezettelt und ein ganz neues “Reich des Bösen” in Gestalt des fundamentalislamisch ausgerichteten Terrorismus als Feind entdeckt, der umso heimtückischer ist, weil er ohne festes staatliches Territorium auskommt, das die Aeroplane der Freiheit plattmachen könnten.


Der totale “Krieg gegen den Terrorismus”
erkor Afghanistan als erstes Schlachtfeld, weil die USA den Verdacht, die Regierung der Taliban beherberge Osama Bin Laden zum Kriegsgrund erklärten und das Land für die Air Force zum uneingeschränkten Abschuss freigab. Als Fortschritt in der ungehemmten Entfaltung des modernsten Zerstörungspotentials wurde von Anfang an auf die verharmlosende Entschuldigung von den “Kollateralschäden” verzichtet. Vielmehr ist im Land der Paschtunen ohne Zweifelsfall jeder von der Kriegsmaschinerie der Freiheitskoalition erlegte Mensch ein Aufständischer gegen das behauptete Kriegsergebnis, mit dem Abzug der Taliban-Regierung aus Kabul habe sich Afghanistan für den Status eines NATO-Protektorats entschieden. Entgegen der sich selbst den notorischen Nachbetern der von imperialistischer Gewalt gesetzten  “Sicherheitslage” nicht verschließenden Realität zwischen Kabul und Herat werden Auftrag und Aufgabe der NATO-verbündeten Soldateska vor Ort immer noch als mehr oder weniger gelungene “Aufbauhilfe” rezensiert und beharrlich nicht als die Fortdauer eines in Wahrheit weder beendeten und bis auf weiteres nicht gewonnenen Krieges in und um Afghanistan zur Kenntnis genommen.
Erst recht im Irak erweist sich das amerikanische Kriegsziel, durch die Beseitigung des unter Terrorverdacht subsumierten Regimes in der Bevölkerung die Kollaboration in einem prowestlichen US-Satellitenstaat zu erzwingen als Schimäre, der durch so obszöne Veranstaltungen wie die Erhängung Saddams und seiner Mitregierenden anscheinend noch Überzeugungskraft verliehen werden sollte. Statt “Nation-building” kommt jetzt ein “failed state” raus und nach dem “Sieg” sind mehr GIs krepiert als im Krieg selber. Wie konnte es soweit kommen?


Ein  “Schurkenstaat”  namens Iran
soll auch im Irak zur “Destabilisierung” beitragen, weil er sich einmischt, was ihm nicht zusteht, obwohl er im Unterschied zu allen anderen dort Truppen unterhaltenen Mächten nicht nur eine Grenze mit dem Irak teilt, sondern über diese auch schon einmal bewaffnet attackiert und seine Armee mit Giftgas traktiert worden ist. Die USA haben die Islamische Republik zum nächsten Kriegsgegner erklärt und die Verbündeten im Freiheitslager teilen das Feindbild und ringen um eine differenzierte Strategie, bei der sie ihre Interessen gewahrt wissen. Als Kriegsgrund soll das iranische Nuklearprogramm herhalten, weil es auch militärisch genutzt werden könnte. Da hilft es Teheran nichts, die ausschließlich zivilen Zwecke seiner Uran­anreicherung zu beteuern. Oder gar auf den Statuten des “Non-Proliferation”-Vertrags herumzureiten, deren Normen dem Iran die Anreicherung des Urans schließlich gestatten würden. Der Verweis auf das allzeit und allseits immer tangierte


Grenzenloses Sicherheitsinteresse Israels
läutert die Option eines “Erstschlags” der bei Auswärtsspielen erprobt erfolgreichen Luftwaffe des Staates der Juden (Tunesien, Irak, Syrien) gegen die Atommeiler in Iran zur präventiven Verhinderung eines neuen Holocaust durch die angeblichen Leugner des historisch stattgefundenen. Deshalb auf dieser Veranstaltung auch noch ein brandaktueller Exkurs  über die Fortschritte des  sagenhaft geglückten Exempels für “Nation-building” namens Israel seit seinem Versuch in Sachen Nation-destruction im Libanon und den damit einhergehenden vernichtenden Aussichten für das “State-building” Projekt der Palästinenser.