Zur Kritik der “Hirnforschungs“- Debatte
Hirnforscher machen mobil – gegen den Verstand
Sie stellen die erfahrene und erkannte Welt auf den Kopf:
- Hirnforscher behaupten, dass der freie Wille des Menschen eine Einbildung ist, der Mensch vielmehr vom physiologischen Gehirn gesteuert wird. Und diese Behauptung verbreiten sie unter Aufbietung all ihrer Willenskräfte in Büchern, Zeitschriften, im TV und in Universitätsseminaren - ohne an ihrer eigenen Theorie irre zu werden!
- Hirnforscher erklären, dass es ihnen als Wissenschaftlern unmöglich sei, Wahrheiten über Natur und Gesellschaft zu ermitteln. Aber diese Behauptung stellen sie im Brustton vollster Überzeugung auf; die halten sie für wahr.
- Hirnforscher geben zu bedenken, dass an der Schuldfähigkeit von Gesetzesbrechern zu zweifeln ist, wo die doch über ein willentlich handelndes Ich mit Rechtsbewusstsein gar nicht verfügen. Das Bestrafen wollen sie als gute Staatsbürger deswegen noch lange nicht abschaffen. Recht muss eben Recht bleiben, auch wenn es – sagen sie - weit und breit kein Bewusstsein von Recht und Unrecht gibt. Und so stellen sie die aparte Frage, wie man wohl „das Gehirn bestrafen“ kann!
- Hirnforscher sind sich sicher, dass Lernschwierigkeiten, über die sich Lehrer landauf landab beklagen, keineswegs etwas mit den Zwecken und Verfahren der hiesigen Schule zu tun haben, sondern allein aus dem Unwissen über die Hirnfunktionen der Schüler resultieren. Sie empfehlen den Lehrern, die Schule halten wollen, die Aneignung von Wissen über hirngerechtes Lernen. Ach!